03.05.2010

Unterschätzte Gefahr: Platzende Bauchschlagader

Bauchaortenaneurysma-Screening-Tag an der Uniklinik Köln

Schätzungen zufolge leben in Deutschland etwa 200.000 bis 300.000 Männer über 60 Jahren mit einer unerkannten krankhaften Erweiterung der Bauchschlagader (Bauchaortenaneurysma). Die Wände der Schlagader sind an der betroffenen Stelle so geschwächt, dass sie sich durch den Blutdruck ausdehnen. Ab einem Durchmesser von fünf Zentimetern steigt die Gefahr deutlich an, dass die Arterienwand reißt und der Patient innerlich verblutet.

„Leider sterben 80 bis 90 Prozent der Patienten mit geplatztem Aneurysma noch während der Notfallbehandlung an ihren inneren Blutungen“, erklärt Prof. Dr. Michael Gawenda, Leitender Oberarzt der Gefäßchirurgie. Deshalb beteiligt sich die Klinik und Poliklinik für Gefäßchirurgie der Uniklinik Köln mit einem Patiententag am ersten nationalen Aktionstag der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin.

1. Bauchaortenaneurysma-Screening-Tag

Termin: 8. Mai 2010
Ort: Uniklinik Köln, Herzzentrum (Gebäude 40), Klinik und Poliklinik für Gefäßchirurgie, Kerpener Str. 62, 50937 Köln
Uhrzeit: 10.00 bis 14.00 Uhr

Interessierte Besucher können sich im Herzzentrum der Uniklinik Köln an diesem Tag ausführlich beraten lassen und an einer kostenlosen Vorsorgeuntersuchung teilnehmen.Hauptursachen für die Erweiterung der Bauchschlagader sind Bluthochdruck, Zigarettenkonsum, Arterienverkalkung und erbliche Veranlagung. Das tückische an der Erkrankung: Meist bemerkt der Patient die Erweiterung der Bauchschlagader nicht, denn sie verursacht in 60 bis 70 Prozent der Fälle zunächst keine Beschwerden. Bei manchen Patienten treten Rückenschmerzen auf, wenn das wachsende Aneurysma auf die Wirbelsäule drückt. Diese Symptome werden jedoch selten mit der Bauchschlagader in Verbindung gebracht.

„Deshalb wollen wir die Hauptrisikogruppe – also Männer über 60 – zur Vorsorge bewegen. Die präventive Untersuchung ist vollkommen schmerz- und strahlenfrei. Sie dauert etwa 15 Minuten, in denen der Bauch gründlich abgetastet und per Ultraschall untersucht wird“, so Prof. Gawenda. Rechtzeitig diagnostiziert muss aus einem Bauchaortenaneurysma nämlich kein lebensgefährlicher Notfall werden. „Unser Ziel ist es, gefährdete Patienten zu erkennen und unter kontrollierten Bedingungen zu operieren.“ Die betroffene Stelle kann dann mit Gefäß- oder Stent-Prothesen verstärkt werden, die das Einreißen der Arterienwand verhindern. Das Team der Gefäßchirurgie in der Uniklinik Köln hat damit viel Erfahrung und Routine, da sie pro Jahr rund 100 Operationen dieser Art durchführen. Weitere Informationen unter www.gefaesschirurgie.de


Für Rückfragen
Prof. Dr. Michael Gawenda
Leitender Oberarzt Schwerpunkt Gefäßchirurgie
Klinik und Poliklinik für Gefäßchirurgie der Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-32498
E-Mail: michael.gawenda@uk-koeln.de

Anja Schattschneider
Uniklinik Köln
Stabsabteilung Kommunikation
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: pressestelle@uk-koeln.de

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